GOTTFRIED SILBERMANN

Silbermann-Orgel zu Ponitz (1737)

Orgelbau und Orgelmusik wurden massgeblich durch die Instrumente des sächsischen Orgelbauers Gottfried Silbermann geprägt. Seine Instrumente besitzen eine eigene, typische Klangfarbe und setzen auch heute noch Masstäbe. Einige von Silbermann erbaute Instrumente sind in Thüringen und Sachsen heute noch original erhalten und werden auch weiterhin gespielt, so die Freiberger Domorgel (1714) oder auch die 1737 entstandene Silbermann-Orgel in der Friedenskirche zu Ponitz in Thüringen.

Silbermann wurde am 1683 bei Frauenstein im Erzgebirge geboren und sollte ursprünglich wie sein Vater Handwerker werden. Bei seinem älteren Bruder Andreas liess er sich in Strassburg im Elsass zum Orgelbauer ausbilden. 1711 kehrte er nach Sachsen zurück und eröffnete in Freiberg seine eigene Orgelbauwerkstatt. Silbermann wurde wie sein älterer Bruder Andreas (1678-1734) und dessen Sohn Johann Andreas (1712-83), von denen viele Orgeln im Elsass und im süddeutschen Raum stammen, weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, vor allem durch die grossen Instrumente, die er für den Freiberger Dom oder die Hof- und Frauenkirche in Dresden baute. Silbermann war mit Johann Sebastian Bach und vielen weiteren Musikerpersönlichkeiten seiner Zeit bekannt, darunter der Bach-Sohn Wilhelm Friedemann oder Georg August Homilius und Johann Ludwig Krebs. Silbermann starb 1753 in Dresden.

Silbermann-Orgeln gelten als Höhepunkte des barocken Orgelbaus in Mitteldeutschland und wurden u.a. von Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn Bartholdy gespielt, die beide in Leipzig wirkten. Bis heute gibt es im Kanton Zürich weder Orgeln von Gottfried Silbermann noch Nachbauten seiner Instrumente.